Ratgeber / Enterprise

Hersteller-Wartung vs. Drittwartung (TPM): der ehrliche Vergleich

Nach Ablauf der Garantie verlangen Hersteller für Wartungsverträge oft Listenpreise, die einen Hardware-Neukauf attraktiv rechnen sollen. Drittwartung (Third-Party Maintenance, TPM) ist die unabhängige Alternative — aber sie ist nicht für jedes Szenario die richtige.

Was Drittwartung leistet

TPM-Anbieter übernehmen Wartung, Ersatzteilversorgung und Support für Enterprise-Hardware (Server, Storage, Netzwerk) unabhängig vom Hersteller — mit eigenen Ersatzteillagern, eigenen Technikern und SLAs bis 24/7 mit 4-Stunden-Reaktionszeit. Der typische Preisvorteil liegt bei 30-60 % gegenüber dem Hersteller-Vertrag, nach dem EOSL — wenn der Hersteller gar nicht mehr anbietet — ist TPM oft die einzige Option und spart bis zu 70 %.

Wann TPM die richtige Wahl ist

  • Hardware ist stabil im Betrieb und soll 2-5 Jahre länger laufen (Sweet Spot: Geräte ab Jahr 4).
  • Der Hersteller hat das EOSL ausgerufen oder verlangt fürs Renewal Mondpreise.
  • Gemischte Umgebungen (mehrere Hersteller) — ein TPM-Vertrag statt fünf OEM-Verträge.
  • Budget-Druck: Wartungskosten senken, ohne Verfügbarkeit zu opfern.

Wann der Hersteller die bessere Wahl bleibt

  • Firmware-/Software-Subscriptions sind zwingend ans OEM-Renewal gekoppelt (bei einigen Security-Appliances und Software-defined Storage).
  • Brandneue Hardware in der Garantiezeit — hier hat TPM keinen Hebel.
  • Mission-Critical-Systeme, bei denen der Hersteller exklusive Diagnose-Tools hält.

Worauf Sie bei TPM-Anbietern achten sollten

  • Ersatzteil-Logistik: eigene Lager in Ihrer Region? Vorab-Stocking für kritische Teile?
  • SLA-Realität: Wer kommt nachts um 3? Eigene Techniker oder Sub-Unternehmer?
  • Deutschsprachiger Support und DSGVO-konforme Prozesse.
  • Transparente Übernahme-Prüfung: Ein seriöser Anbieter prüft erst die Supportability, dann das Angebot.

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Häufige Fragen

Verliere ich durch Drittwartung Garantie oder Zertifizierungen?

Die Hersteller-Garantie endet ohnehin vor dem Wartungsthema; bestehende Zertifizierungen der Hardware bleiben unberührt. In regulierten Branchen sollte der TPM-Vertrag die Compliance-Anforderungen (Dokumentation, SLA-Nachweise) explizit abdecken.

Wie viel spart Drittwartung wirklich?

Marktüblich sind 30-60 % gegenüber dem OEM-Wartungsvertrag bei laufendem Support, nach dem EOSL bis zu 70 % gegenüber den letzten OEM-Konditionen — abhängig von Gerätegeneration, SLA-Level und Standort.

Funktioniert TPM auch nach dem EOSL?

Ja — das ist sogar der Kernfall. TPM-Anbieter bevorraten Ersatzteile über das Hersteller-Support-Ende hinaus und halten Systeme oft 5+ Jahre nach dem EOSL produktiv.

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